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Chlorhexidin wirkt!

PresseDie Hauptwirkstoffe von anti-infect Dentalspray sind Alkohol und Chlorhexidin (CHX 1,5%), ein bei Zahnärzten lange bewährtes Antiseptikum. CHX ist aufgrund seiner Eigenschaft, sich in die bakterielle Membran einfügen zu können, gut antiseptisch wirksam. Höchste Aktivität zeigt sich gegen gram-positive Kokken, geringere gegen gram-positive und -negative Stäbchen. Moderate Aktivität kann bei behüllten Viren beobachtet werden. Lediglich säurefeste Stäbchen, unbehüllte Viren und Sporen sind resistent.

In der Zahnmedizin wird Chlorhexidin in Konzentrationen von 0,03 bis 2 % und als Chip mit bis zu 36 % eingesetzt. CHX wird aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung sowohl als Dentalspray oder als Mundspüllösung verwendet als auch als ein auf die Zähne aufgetragener Lack, der den Wirkstoff über einen längeren Zeitraum abgibt. CHX hat bei der Anwendung im Mund den Vorteil, lange auf Zähnen und Mundschleimhaut zu haften, ohne durch die Schleimhäute in den Körper einzudringen - es wird annähernd zu 100 % wieder ausgeschieden. Die Wirkung besteht in einer Zerstörung der bakteriellen Zellmembran. Außerhalb des Mundes sind hochkonzentrierte CHX-Dentalsprays für die Verbesserung der Mundhygiene prädestiniert, und zwar durch die Desinfektion von

  • Zahnbürste bzw. elektrischer Zahnbürste
  • Zahnprothese / Zahnersatz
  • Zahnspange / Aligner
  • Zahnschiene, Knirscherschiene, Protusionsschiene oder Schnarcherschiene
  • Zahnzwischenraumbürste / Interdentalbürste und
  • Zungenschaber

Die klinische Wirksamkeit des Einsatzes von Chlorhexidin als Bestandteil einer Mundspüllösung geht aus einer Reihe von Studien hervor, weshalb CHX in der Zahnmedizin häufig als "Goldstandard" bezeichnet wird. Im direkten Vergleich mit anderen antibakteriell wirksamen Verbindungen erweist sich Chlorhexidin als überlegen, was auf die hohe Substantivität (Haftfähigkeit) zurückgeführt wird.

CHX hilft…
  • Vor einer Zahn-OP, um eine relative Bakterienfreiheit zu erreichen und einer Bakteriämie vorzubeugen
  • Nach einer Zahn-OP, um der beeinträchtigten Mundhygiene entgegenzuwirken
  • unterstützend im Rahmen einer Parodontaltherapie
  • bei bakteriell bedingter Gingivitis oder Parodontitis für eine Rundumdesinfektion (sog. "Full-mouth disinfection")
  • zur Hemmung der Neubildung von Zahnplaque und damit zur Kariesprävention
  • bei Mundgeruch (80% der Halitosis-Fälle rühren vom Mund und nicht vom Magen her)
  • bei Mundtrockenheit und damit erhöhter Verkeimung des Speichels
  • zum Bürsten des Zungenrückens (1 %) und zum Spülen des Mundes (0,2 %)
  • als CHX-Gel (1,5 %) und CHX-Chip (30–36 %) zum Einbringen in Zahnfleischtaschen

Welche Nebenwirkungen hat CHX?

Bei Langzeitanwendung von Chlorhexidin-Präparaten im Mund können verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Am häufigsten werden gelbbraune Verfärbungen an Zähnen, Füllungen und Schleimhäuten beobachtet, die aber reversibel sind und durch Zahnpolitur zu beseitigen sind. Des Weiteren können Geschmacksirritationen, Zungen- und Schleimhautbrennen und allergische Reaktionen in Erscheinung treten (Hellwig et al. 2003, Schiffner 1995). Aus diesen Gründen rät die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) von einer ungezielten langfristigen Anwendung zum Zwecke der Prävention ab und spricht eine strenge Indikation aus. Zahnärzte raten deshalb meist, eine chlorhexidinhaltige Mundspüllösung max. zwei Wochen lang anzuwenden.

Nebenwirkungen von CHX auch bei Dentalsprays?

Dentalsprays sind für die Anwendung außerhalb des Körpers vorgesehen, damit das CHX zeitlich unbegrenzt gegen Keime auf der Zahnbürste angewendet werden kann, zugleich aber die negativen Begleiterscheinungen einer inneren Anwendung mit chx-haltiger Mundspülung o. ä. vermieden werden. Das Dentalspray bekämpft alle relevanten Bakterien, Viren und Pilze, zwei Minuten nach dem Aufsprühen auf den Bürstenkopf sind keine Mikroorganismen mehr nachweisbar. Unerwünschte Nebenwirkungen wie Zahnverfärbungen oder ein unangenehmer Geschmack sind im Gegensatz zur dauerhaften Anwendung im Mund nicht zu erwarten, da die desinfizierten Gegenstände nach dem Desinfizieren abgespült werden.

CHX ist in der Zahnmedizin bewährt

Erste Erwähnung findet CHX im Jahr 1954, als der Wirkstoff von einer Arbeitsgruppe um Davies entdeckt bzw. entwickelt wurde. Nur wenige Jahre danach findet er Anwendung in der Urologie sowie in der Augenheilkunde. Die Arbeitsgruppe um Harald Löe machte Chlorhexidin dann ab dem Jahr 1970 in der Zahnmedizin bekannt. Chlorhexidin ist mittlerweile einer der am meisten untersuchten Wirkstoffe.

CHX ist in der Lage, sich an die anionischen Gruppen der Bakterienoberflächen zu binden, was zu einer Störung im osmotischen Gleichgewicht der Zelle führt. So werden wichtige Stoffwechselvorgänge im Bakterium gestört bzw. durch eine Perforation der Zellmembran kommt es zum Ausfließen des Zytoplasmas, also einer völligen Zerstörung des Bakteriums. Diese bakteriostatischen und bakteriziden Eigenschaften können nicht unbedingt direkt niedrigen oder hohen Konzentrationen zugeordnet werden. Bakterizide Eigenschaften (also das Einreißen von Löchern in das Bakterium) können auch schon durch niedrige Konzentrationen bewirkt werden, die Wahrscheinlichkeit ist bei hohen Konzentrationen aber höher.

CHX gegen Bakterien, Viren und Pilze

CHX hat ein breites antimikrobielles Spektrum, es wirkt gegenüber Bakterien (gram+ und gram-), Hefen, Dermatophyten, Schimmelpilzen und lipophilen Viren. In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass es kompatibel zu den herkömmlichen Antibiotika ist, dass sich also dieses Antiseptikum und Antibiotika nicht negativ beeinflussen.

Eine gezielte Schleimhautantiseptik vor jeder zahnärztlichen Behandlung durch Spülen mit Chlorhexidin (z.B. CHX-Lösung 0,2%) wird auch in den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts empfohlen, um die Keimbelastung im Mund zu reduzieren.

Durch seine hohe Effektivität reduziert CHX die Zahl an Speichelbakterien und hemmt damit die Plaquebildung auf den Zähnen. Am effektivsten geschieht dies, wenn die Zähne weitgehend plaquefrei sind. Aber Chlorhexidin kann auch den Biofilm auf den Zähnen durchdringen und damit bestehende Plaque bis zu einem gewissen Grad inaktivieren. Mit der Plaquehemmung wird prinzipiell allen Biofilm-basierten, oralen Erkrankungen (Karies, Gingivitis, Parodontitis, Periimplantitis sowie Wundheilungsstörungen) vorgebeugt, die wichtigste und am besten nachgewiesene Wirkung ist die Vermeidung einer Gingivitis.