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Candida-Befall im Mund

Häufigster Pilz im Mund: Candida albicans

Pilzinfektionen im Mund , auch als „Mundsoor“ oder „Kandidose“ bezeichnet, sind in der Regel auf den Pilz „Candida albicans“ zurückzuführen. Dieser Pilz gehört zur Gruppe der Hefepilze, ist oft in Rachen, Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm zu finden und ist eigentlich ungefährlich. Denn in der Regel ist dieser Pilz nicht in der Lage, die Abwehr der menschlichen Haut und Schleimhaut sowie der Immunabwehr völlig zu überwinden. Bei einer Pilzinfektion infolge einer Immunschwäche können diese Pilze allerdings innere Organe befallen und schwere Erkrankungen wie beispielsweise eine Lungenentzündung oder Systemmykosen (Infektion des gesamten Körpers) auslösen. Neben dem Pilz Candida albicans kommen auch Candida tropicalis, Candida parapsilosis, Candida guilliermondi, Candida dubliniensis und Candida glabrata vor.

Woran erkennt man einen Candida-Befall?

Häufige Symptome für einen Pilzbefall in der Mundhöhle sind:

  • Mundgeruch
  • Mundtrockenheit/ häufiger Durst
  • brennende Mundschleimhaut (eventuell in Verbindung mit Rötungen)
  • weißlicher Belag auf der Mundschleimhaut
  • belegtes Gefühl auf der Zunge
  • Geschmacksbeeinträchtigungen
Pilzsporen auch auf Zahnbürste & Zahnprothese

Beim täglichen Zähneputzen können sich die Pilzsporen an der Zahnbürste ablagern. So werden sie bei jedem Putzen erneut auf Zunge, Mundschleimhaut und in der gesamten Mundhöhle verteilt, wo sie sich weiter vermehren.  Bei Zahnprothesen (gleich ob Teil- oder Vollprothese) ist diese Problematik noch größer: Die Prothese hat eine große Fläche, die auch noch dauerhaft an der Mundschleimhaut anliegt, so dass es leicht zu wunden Stellen (insbesondere an Zahnfleisch und Schleimhaut) kommt. Prothesenträger sind in der Regel älter, haben häufiger chronische Erkrankungen (wie z. B. Diabetes) und ein geschwächtes Immunsystem. Außerdem sind sie ohne es zu wollen besonders "antibiotikaerfahren", d. h. sie leiden im Falle einer Infektion eher an einer Resistenz gegenüber Antibiotika. Ein besonders hartnäckiger Pilz wie Candida albicans hat bei Prothesenträgern also leichtes Spiel. Der Zahnersatz und die Haftcreme, bzw. Haftpolster bieten zusätzliche Fläche für einen Pilzbefall. Häufig ist auch die Prothesenbürste mit Pilzsporen kontaminiert. Da die Pilzerkrankung leicht Mundsoor auslösen kann, sollte die Zahnprothese täglich wirksam desinfiziert werden. Bedenken Sie dabei, dass gängige Reinigungstabletten für Zahnprothesen lediglich gegen Bakterien, nicht jedoch gegen Viren und Pilze wirken.

Mundgeruch - Signal für eine Pilzinfektion?

Mundgeruch trotz gewissenhafter Mundhygiene kann durchaus ein Indiz für einen Pilzbefall sein, kann seinen Ursprung jedoch auch in anderen Erkrankungen finden, wie beispielsweise Tonsillensteinen oder bakteriellen Infektionen. Sollten Sie sich unsicher sein, welche Ursache in Ihrem Fall verantwortlich ist, halten sie am besten Rücksprache mit ihrem Zahnarzt. Im Idealfall verfügt er auch über ein sog. „Halimeter“, ein professionelles Messgerät, dass die Zusammensetzung der Atemluft analysiert.
Grundsätzlich gilt aber: Durch regelmäßige und gewissenhafte Hygiene - auch im Bezug auf Zahnpflege-Artikel- lässt sich Mundgeruch abschwächen und vermeiden. Achten Sie hierbei besonders darauf, dass die von Ihnen verwendeten Produkte sowohl gegen Bakterien, als auch gegen Pilze und Viren wirken. Dentalsprays sind hierbei ein effektives Mittel, um auch Re-Infektionen über Zahnbürste und -prothese entgegenzuwirken.

Risikogruppen für Pilzinfektionen in der Mundhöhle

Zu den besonderen Risikogruppen für einen Pilzbefall im Mund gehören:

  • Träger von Zahnprothesen
  • Menschen mit beeinträchtigtem Immunsystem
  • Menschen, die regelmäßig Antibiotika einnehmen
  • Krebspatienten
  • Betroffene einer Autoimmunerkrankung
  • Empfänger von Organtransplantationen
  • Patienten, die Immunsuppressiva einnehmen
  • Menschen, die unter Diabetes leiden
Behandlung: Was hilft gegen Pilzbefall im Mund?

Wie man den Hefepilz im Mund auch bekämpft: Die Balance der Keime im Mund sollte zur lokalen Abwehr in der Mundhöhle beibehalten werden. Eine antiseptische Mundspüllösung verringert zwar die Menge der potentiell pathogenen (krank machenden) Keime in der Mundhöhle, zugleich aber auch die Keime, die für eine funktionierende Infektionsabwehr und damit für ein stabiles Immunsystem notwendig sind. Die Desinfektion von Zahnbürste und  Zahnprothese vermindert lediglich die Menge an potentiell krankheitsauslösenden Keimen und Pilzen und unterstützt so das mikrobiologische Gleichgewicht (die sog. "bakterielle Homöostase").