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Herpes? Desinfizieren Sie Ihre Zahnbürste!

Was ist Herpes?

Herpes-Viren: Re-Infektion vorbeugenHerpes (Fieberbläschen, Lippenbläschen) ist eine durch Herpes-simplex-Viren (HSV) hervorgerufene Virusinfektion. Herpes-Simplex-Infektionen zählen zu den häufigsten Infektionskrankheiten der Haut. Es kann grundsätzlich zwischen den beiden Formen Genitalherpes (herpes genitalis) und Lippenherpes (herpes labialis) unterschieden werden. Typische Symptome für einen Lippenherpes (HSV-1) sind entzündete und schmerzhafte Lippenbläschen, Bläschen im und um den Mundraum sowie entzündete und geschwollene Lippen.

Wie gelangt das Herpes-Virus in den Mundraum?

Die Erstinfektion mit dem Erreger findet meist im Kindesalter durch eine Mutter-Kind-Übertragung statt. Bei der Erstinfektion dringen die HSV über die Schleimhautzellen des Mund-Rachen-Raumes (HSV-1) oder des Genitaltraktes (HSV-2) ein. Bereiche am Übergang von Schleimhaut zu normaler Haut, im Übergangsbereich zwischen Haut und Lippenrot und die Mundwinkel werden bevorzugt infiziert. Nach der Erstinfektion verbleiben die Erreger oft dauerhaft im Körper, so dass eine Infektion ausbrechen kann - bei rund einem Drittel der Infizierten entwickelt sich immer mal wieder ein Lippenherpes. Da Herpesviren bis zu einer Woche überleben, kommen sie deshalb leicht über die Zahnbürste immer wieder zurück in den Mund. Eine Herpes-Therapie hat deshalb zum Ziel, nach einer erfolgten Reaktivierung möglichst viele HSV abzutöten bzw. ihre Vermehrung zu verhindern.

Herpes-Viren nicht nur im Mund

Auch außerhalb des Körpers zeigen sich Herpes-simplex-Viren besonders zäh: Die HSV hocken mit Vorliebe in großer Zahl auf den Borsten der Zahnbürste. Was viele sich nicht vorstellen können: Im Badezimmer (warmes Milieu, hohe Luftfeuchtigkeit) aufbewahrte Zahnbürsten weisen selbst nach sieben Tagen noch die Hälfte der ansteckenden Viren auf. Je mehr Borsten und Borstenbündel der Bürstenkopf hat, desto mehr Viren bleiben daran haften. Eine typische Zahnbürste hat ca. 3.000 Borsten, die zusammengenommen der Fläche einer ausgestreckten Hand entsprechen – also sehr viel Platz für die HSV.
Der Teufelskreis: Wer einmal Herpes hatte, leidet meist regelmäßig unter erneuten Ausbrüchen. Macht das Immunsystem z. B. wegen Stress, einer schweren Grippe oder einer Operation schlapp und wird mit dem Erreger konfrontiert, kommt es zu einer Reaktivierung des Virus und damit zu einem erneuten Ausbruch. Es entstehen erneut Bläschen an den Lippen und im Mundbereich. Betroffene sollten spätestens dann ihren Arzt aufsuchen.

Desinfektion von Zahnbürste und Zahnspange tötet Herpes-Viren ab

Hautärzte raten meist, nach einem Herpes-Ausbruch die Zahnbürste zu wechseln, damit die HSV nach dem Abklingen der aktiven Herpesphase und den damit verbundenen Symptomen nicht immer wieder in den Mund zurückbefördert werden. Da diesem Risiko einer erneuten Infektion schon während der Akut-Phase vorgebeugt werden sollte, empfehlen wir die tägliche Desinfektion der Zahnbürste als Bestandteil einer ganzheitlichen und wirkungsvollen Therapie. Um die tägliche Re-Infektion mit HSV im Mundraum auszuschließen, sollten auch Zahnspange, Zahnzwischenraumbürste, Zungenschaber, Mundschutz bei Sportlern und Mundstück bei Tauchern desinfiziert werden.
Dabei ist natürlich wichtig, dass das Desinfektionsmittel die Herpesviren auch wirklich abtötet – viele übliche Zahnspangenreiniger z. B. wirken vorrangig gegen Bakterien, nicht aber gegen Herpesviren. Moderne hochdosierte Dentalsprays mit dem Wirkstoff Chlorhexidin dagegen bekämpfen sowohl Bakterien und Pilze als auch Viren und eignen sich deshalb ideal für die effektive Entkeimung von Zahnbürste, Zahnspange & Co.

Weitere Erkrankungen, bei denen Herpes-simplex-Viren eine Rolle spielen
Aphten (seltener:  Aften, Aphthen, Aphthose)

Bei Aphten handelt es sich um entzündliche, teilweise auch schmerzhafte Schädigungen der Mundschleimhaut. Beim gleichzeitigen Auftreten mehrerer solcher Stellen im Rahmen einer Primärinfektion durch das Herpes-simplex-Virus spricht man vom Krankheitsbild der Mundfäule (Stomatitis aphtosa oder Gingivostomatitis herpetica).

Kleinere Aphten (Minor-Form) haben einen Durchmesser von unter einem Zentimeter, sie heilen innerhalb von ein bis zwei Wochen aus. Es wird aber auch von seltenen Aphten mit einem Durchmesser von über einem Zentimeter bis etwa 30 mm und mehr berichtet.

Wie schmerzhaft Aphten sind, ist individuell stark unterschiedlich. Aphten können sehr schmerzhaft sein, bei stärkerem Befall ist oft die tägliche Lebensführung deutlich beeinträchtigt. Das Sprechen, Essen, Schlucken von Wasser oder Speichel ist schmerzhaft. Die Größe von Aphten ist oft nicht ausschlaggebend für das Ausmaß an Schmerzen, das sie verursachen. Vielmehr ist die Stelle im Mund, an der die Aphte auftritt, entscheidend. So kann etwa eine relativ kleine Aphte mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern, die auf der Zungenspitze auftritt, wesentlich schmerzhafter sein als eine größere, die an einer mechanisch weniger beanspruchten Stelle im Mund entsteht.

Stomatitis (Mundschleimhautentzündung)

Die Mundfäule oder aphthöse Stomatitis ist eine durch das Herpes-Virus HSV-1 ausgelöste Erkrankung der Mundschleimhaut und des Zahnfleischs. Sie tritt meist bei Kindern zwischen 10 Monaten und 3 Jahren als Erstinfektion des Virus auf, vereinzelt jedoch auch im Erwachsenenalter. Sie gilt als nicht durch Plaque induzierte gingivale Erkrankungen. Das Krankheitsbild kann dem einer Aphte entsprechen.

Die Ansteckung erfolgt häufig über den Speichel infizierter Personen durch die gemeinsame Benutzung von Besteck oder Zahnbürste oder durch körperlichen Kontakt. Etwa 95 % der Menschen tragen das Virus in sich, ohne daran zu erkranken. Das Virus wird meist aktiv, wenn das Immunsystem durch anderweitige Krankheiten oder auch psychische Faktoren geschwächt ist. Es können dann Herpesbläschen an der Lippe oder im Mund auftreten. Bei Kindern, bei denen das Virus zum ersten Mal aktiv wird, kann es als typische Mundfäule auftreten. Spätere Erkrankungen erfolgen an anderer Stelle, z. B. als Lippenbläschen oder in der Mund- und Nasenschleimhaut.

Die Krankheit beginnt meist mit recht hohem, bis zu fünf Tagen andauerndem Fieber. Nach zwei bis drei Tagen beginnt das Zahnfleisch anzuschwellen, zunächst bestehen jedoch noch keine Schmerzen. Später greift die Entzündung meist auch auf die Innenseiten der Mundhöhle über, hauptsächlich betroffen ist hierbei der Gaumen, die Zunge und eventuell die Lippen. Das geschwollene Zahnfleisch ist von blutroter Farbe und blutet eventuell auch leicht. Die Halslymphknoten sind angeschwollen, der Speichelfluss vermehrt; typisch ist ein starker, säuerlicher Mundgeruch

Die Therapie ist in den allermeisten Fällen rein symptomatisch, d.h. man bekämpft die Symptome, nicht die Ursache. Durch die weite Verbreitung des Virus gibt es keine reelle Chance, dem Erreger aus dem Weg zu gehen. An akutem Herpes erkrankte Eltern sollten Schnuller u. ä. nicht in den Mund nehmen und ggfs. desinfizieren.